Das Metropol ist tot: Es lebe das alte Metropol!

'Happy End' in der Zwickauer Straße

Es ist ein Befreiungsschlag für Kinogänger, die es preiswert mögen: Das Metropol (1,50 Euro Vorstellung), hundertmal tot gesagt, hundertmal auferstanden, hat offenbar auch seine jüngste Krise überstanden. Ursprünglich sollte es ab 1. Januar für immer schließen. Doch auch diesmal gibt es Rettung: Ab Mitte Januar wird es unter einem neuen Betreiber wiedereröffnet.


Das Team um Theaterleiter Siegfried Tippmann (61) hatte von der Zentrale des Metropols (gehört bis Jahresende zur Hamburger Union-Kette) per 1.Januar Kündigung erhalten. Kino-Urgestein Tippmann sagte vor einer Woche traurig zur Morgenpost: "Ich gehe in die Arbeitslosigkeit." Begründung für die Schließung: die Besucherzahlen sinken, um wie viel wird nicht verraten, wir mussten die Reißleine ziehen", sagt Wolfgang Kirchner (57) von der Union-Zentrale.

Das Metropol nun vorm aus?


Pustekuchen. "Wir übernehmen die Regie", sagt Dr. Evelin Paulat vom gleichnamigen Immobilienbüro. Sie ist die neue Betreiberin. Ab Mitte Januar wird wieder eröffnet. Bis dorthin gibt es am Innenleben des Metropol (Baujahr 1913) einige Schönheitskorrekturen. Die Preise sollen geringfügig auf 1,99 Euro pro Vorstellung steigen. Evelin Paulat: "Sonst rechnet sich das ganze nicht".
Die neue Betreiberin wagt mit dem Einstieg ins Kinogeschäft den Sprung ins kalte Wasser. Warum? "Weil das Metropol erhalten bleiben muss. Dazu kommt, dass das Museum Gunzenhauser um die Ecke bald fertig ist und Besucherströme anziehen wird."

Das Team um Siegfried Tippmann versucht sie mit ins Boot zu holen. Der Kinoexperte (38 Jahre Berufserfahrung): "Ich wäre liebend gern dabei."

Das "Metropol" wurde 1913 als Variete eröffnet und wird seit 1938 als Kino bespielt. Kinoleiter Siegfried Tippmann sorgt seit mehr als dreißig Jahren dafür, dass der Vorführapparat läuft.

Zeitung: "Morgenpost" vom 28.12.2005

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